Warum sichtbares Sponsorship über Erfolg oder Scheitern von Veränderungsprojekten entscheidet

Veränderungsprojekte kennen viele Mitarbeitende nur zu gut: Neues Projekt, neue Initiative, große Ankündigung – und nach ein paar Wochen verschwindet das Thema wieder aus dem Fokus. Die Haltung „das geht schon wieder vorbei“ ist in vielen Organisationen keine Ausnahme, sondern ein erlerntes Schutzmuster. Aus Theorie und aus Projekterfahrung zeigt sich immer wieder: Einer der wirksamsten Hebel gegen diese Haltung ist sichtbares Sponsorship durch Führungskräfte.
Inhaltsverzeichnis

Was sichtbares Sponsorship wirklich bedeutet

Sponsorship ist mehr als ein Name auf einer Projektfolie. Sichtbares Sponsorship heißt, dass Führungskräfte öffentlich und konsequent hinter einem Projekt stehen. Dies zeigt sich in großen Meetings ebenso wie in alltäglichen Gesprächen.

Es zeigt sich zum Beispiel darin, dass Führungskräfte:

  • offen und positiv über das Projekt und seinen Mehrwert sprechen,
  • Herausforderungen nicht kleinreden, sondern konstruktiv einordnen,
  • deutlich machen, dass ihnen der Projekterfolg wichtig ist,
  • wahrnehmen und anerkennen, wer sich aktiv für die Veränderung einsetzt.

Damit senden sie ein klares Signal: Dieses Projekt ist relevant. Dieses Projekt bleibt. Und Einsatz lohnt sich.

Aus Theorie und aus Projekterfahrung zeigt sich immer wieder: Einer der wirksamsten Hebel gegen diese Haltung ist sichtbares Sponsorship durch Führungskräfte.

Ein Praxisbeispiel aus einem vergangenen Projekt

In einem meiner vergangenen Projekte zeigte sich diese Wirkung besonders deutlich. Das Unternehmen führte geleitet durch in M&A Projekt, mehrere IT Systeme und Prozesse neu ein. Der Geschäftsführer und Hauptsponsor des Projektes äußerte gegenüber dem Projektteam offen seine Zweifel, Kritikpunkte und Fragen. Er kämpfte intern um gute Lösungen und einen optimale Integrationsprozess.

Gleichzeitig trat er gegenüber seinen Führungskräften und der Belegschaft klar und geschlossen auf: Er positionierte sich sichtbar für das Projekt und die damit verbundenen Veränderungen. Gerade weil seine Mitarbeitenden seine Meinung schätzten, schuf diese Haltung Vertrauen und Orientierung.

Das Ergebnis: deutlich bessere Grundvoraussetzungen für Akzeptanz, Engagement und Umsetzung – nicht, weil alle Zweifel verschwunden waren, sondern weil Führung sichtbar Verantwortung übernommen hat.

Die häufigste Sponsorship-Falle

In vielen Projekten scheitert Sponsorship nicht am Willen, sondern an der Verfügbarkeit von Führungskräften. Der Gedanke „Die Kommunikation übernehmen schon andere“ ist wegen vorheriger unklarer Abstimmung von Erwartungen und Bedeutungen von Rollen oft weit verbreitet.

Dabei unterschätzen viele Führungskräfte ihre Wirkung: Mitarbeitende richten ihre Aufmerksamkeit an dem aus, worauf das Top-Management sichtbar den Fokus legt. Bleibt dieser Fokus aus, entsteht schnell der Eindruck, dass sich ein Projekt nicht wirklich durchsetzen wird. Genau das fördert passive Haltungen wie:

 

„Nicht zu viel Aufwand reinstecken, das ist in vier Wochen wieder vergessen.“ Oder die allgemein bekannte Frage nach „What’s in it for me?“ „Wieso sollte ich Zeit und Aufmerksamkeit in dieses Projekt stecken, wenn es nicht gesehen wird?“

Ein Impuls zur Reflexion

Sichtbares Sponsorship ist kein zusätzlicher Kommunikationsaufwand, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Aufmerksamkeit, Haltung und Präsenz von Führungskräften haben oft mehr Wirkung als die breit gestreute Kampagne. Jedes Projekt sollte sich also die Frage stellen: Wie sichtbar ist unser Sponsorship und was signalisiert es den Mitarbeitenden im Alltag? Ist sich unser Sponsorship seiner Rolle bewusst?

Mehr Blogs gefällig?
Hier geht es zur Übersicht aller Blogartikel von DIE PERSPEKTUR.
Mehr Wissen benötigt?
Hier geht es zurück zur Einstiegsseite zu 'Wissen'.
Autor:in